Fast jedes christliche Kreuz, das Ihnen in einer Kirche, auf einem Friedhof oder in einer Schmuckvitrine begegnet, lässt sich auf etwa zehn Grundformen zurückführen. Jede verweist auf dasselbe Ereignis, den Tod und die Auferstehung Jesu, und jede bringt ihre eigene Geschichte mit: eine Stadt, eine kirchliche Tradition, einen Heiligen, einen Ritterorden. Hier finden Sie die wichtigsten Kreuzformen und ihre Bedeutung, woran man sie unterscheidet und welche sich gut für jeden Tag eignen.
✦ In diesem Ratgeber
Christliche Kreuzformen im Überblick
Diese Tabelle dient zum schnellen Nachschlagen; die Geschichten hinter den einzelnen Formen folgen weiter unten. Wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, findet im Artikel der Encyclopaedia Britannica zum Kreuz (auf Englisch) einen guten Einstieg.
| Kreuz | Woran man es erkennt | Was es bedeutet |
|---|---|---|
| Lateinisches Kreuz | Langer Längsbalken, Querbalken weit oben | Das Kreuz, an dem Christus starb |
| Kruzifix | Ein Kreuz mit dem Körper Jesu | Das Opfer selbst, sichtbar gemacht |
| Jerusalemkreuz | Ein großes Kreuz, vier kleine | Die fünf Wunden Christi |
| Orthodoxes Kreuz | Drei Querbalken, der unterste schräg | Die Kreuzesinschrift, die Hände, die Fußstütze |
| Keltisches Kreuz | Ein Ring um die Mitte | Das christliche Erbe Irlands und Schottlands |
| Taukreuz | Geformt wie ein großes T | Das Zeichen der Getreuen; der heilige Franziskus |
| Malteserkreuz | Acht Spitzen, vier V-förmige Arme | Die Ritter vom heiligen Johannes (Malteser) |
| Benediktuskreuz | Ein Kreuz mit eingesetzter Benediktusmedaille | Gebet um Schutz vor dem Bösen |
| Templerkreuz | Rotes Kreuz, Arme zu den Enden hin verbreitert | Die Tempelritter; Rot steht für das Martyrium |
| Christusmonogramm (Chi-Rho) | Ein P über einem X | Die ersten griechischen Buchstaben von „Christus“ |
| Ichthys (als Zugabe) | Ein einfacher Fischumriss | „Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser“ |
Kreuz oder Kruzifix: der wichtigste Unterschied
Ein Kreuz ist die bloße Form. Ein Kruzifix ist ein Kreuz mit einer Figur Jesu, dem sogenannten Korpus (lateinisch für „Körper“). Das ist schon der ganze technische Unterschied.
Das Kruzifix hält den Preis unserer Erlösung deutlich vor Augen. Es ist das traditionelle Kreuz katholischer und orthodoxer Christen, und auch viele Lutheraner und Anglikaner verwenden es. Bei jeder katholischen Messe muss sich auf dem Altar oder in seiner Nähe ein Kreuz mit dem Bild des gekreuzigten Christus befinden, so steht es in Nummer 117 der Grundordnung des Römischen Messbuchs (auf Englisch). In den Kirchen des Westens tragen Altarkreuze etwa seit dem 11. Jahrhundert den Korpus, im 14. Jahrhundert war das die Regel.
Viele evangelische Kirchen bevorzugen das leere Kreuz. Für sie erinnert es daran, dass auch das Grab leer ist. Beide Formen sind ganz und gar christlich; sie zeigen nur dieselbe Geschichte zu zwei verschiedenen Stunden, am Freitagnachmittag und am Sonntagmorgen.
✝ „Es sei aber ferne von mir, mich zu rühmen, denn allein von dem Kreuz unsers HERRN Jesu Christi, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“
— Galater 6,14 (Luther 1912)
Wenn Sie für einen Katholiken kaufen, liegen Sie mit einem Kruzifix selten falsch. Unsere Halskette mit Kruzifix-Anhänger ist ein markantes Stück aus Edelstahl, 45 × 28 mm groß, sodass die Christusfigur klar zu erkennen ist, statt zu einem glänzenden Klümpchen zu verschwimmen. Gehört die beschenkte Person einer Kirche an, die auf Bilder verzichtet, wählen Sie ein schlichtes Kreuz und ersparen allen ein verlegenes Dankeschön.

Kreuzformen und ihre Bedeutung im Einzelnen
Lateinisches Kreuz
Das ist das Kreuz, das die meisten von uns vor Augen haben: ein hoher Längsbalken mit einem kürzeren Querbalken oberhalb der Mitte. In dieser Form zeigt die christliche Kunst das Kreuz Jesu seit Jahrhunderten, und in den Kirchen des Westens ist es der Standard. An einer Kette sagt es „christlich“ und sonst nichts, und genau deshalb entscheiden sich so viele dafür.
Jerusalemkreuz
Ein großes Kreuz mit einem kleinen Kreuz in jedem Winkel. Man nennt es auch Kreuzfahrerkreuz, weil es zum Wappen des mittelalterlichen Königreichs Jerusalem wurde. Am häufigsten deutet man es auf die fünf Wunden Christi: Hände, Füße und Seite. Andere sehen darin Christus in der Mitte, umgeben von den vier Evangelisten, oder das Evangelium, das in alle vier Himmelsrichtungen hinausgeht.
Heute ist es das Abzeichen der Franziskaner, die die heiligen Stätten im Heiligen Land betreuen, und so bringen Pilger oft eines mit nach Hause. Unsere Halskette mit Jerusalemkreuz passt zu jemandem, der diese Reise gemacht hat oder sie schon lange machen möchte.

Orthodoxes Kreuz mit drei Querbalken
Das Kreuz mit drei Querbalken gehört zu den Ostkirchen. In Russland ist es seit dem 16. Jahrhundert in Gebrauch, und es ist das Symbol der Russisch-Orthodoxen Kirche.
Jeder Balken hat seine Aufgabe. Der kurze obere Balken ist die Tafel, die Pilatus über dem Haupt Jesu anbringen ließ (Johannes 19,19). An den langen mittleren Balken sind seine Hände genagelt. Der schräge untere Balken ist die Fußstütze.
Die Schräge erzählt eine Geschichte. Der Überlieferung nach zeigt sie nach oben zu dem Schächer, der bereute und dem das Paradies verheißen wurde (Lukas 23,43), und nach unten zu dem, der spottete. Eine ganze Predigt in einer einzigen schrägen Linie. Schenken Sie unsere Halskette mit orthodoxem Kreuz einer orthodoxen oder griechisch-katholischen Freundin, und Sie zeigen, dass Sie ihre Tradition kennen und nicht nur ihre Religion.
Keltisches Kreuz
Ein keltisches Kreuz ist ein lateinisches Kreuz mit einem Ring um die Stelle, an der sich die Balken kreuzen. Die großen, aus Stein gehauenen Hochkreuze Irlands und Schottlands reichen etwa ins 9. Jahrhundert zurück; frühe Beispiele sind in Ahenny in Irland und auf der Insel Iona erhalten. Einer beliebten Legende nach geht die Form auf den heiligen Patrick zurück, doch aus seiner Zeit ist kein einziges Kreuz erhalten, das das belegen könnte.
Über den Ring wird unter Fachleuten bis heute gestritten: eine Stütze, übernommen von hölzernen Kreuzen, ein Heiligenschein, ein Zeichen der Ewigkeit? Die meisten, die heute eines tragen, ehren damit ihre irischen oder schottischen Wurzeln, und das ist Grund genug.
Taukreuz
Das Tau hat die Form eines großen T, ohne Balken über dem Querbalken. Taw ist der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabets, und die Tradition verbindet ihn mit dem Zeichen, das in Hesekiel 9,4 auf die Stirn der Getreuen gesetzt wird. Papst Innozenz III. predigte über diesen Vers, als er 1215 das Vierte Laterankonzil eröffnete, und der heilige Franz von Assisi machte sich das Zeichen so sehr zu eigen, dass er seine Briefe damit statt mit seinem Namen unterschrieb. Ein schlichtes Tau aus Holz an einer Kordel ist bis heute das klassische franziskanische Geschenk.
Kreuze von Heiligen und Rittern: Malteserkreuz, Benediktuskreuz und Templerkreuz
Malteserkreuz
Acht Spitzen, gebildet aus vier pfeilspitzenförmigen Armen, die sich in der Mitte treffen. Es ist das Zeichen der Hospitaliter, des Ordens vom heiligen Johannes zu Jerusalem, der bis heute als Malteserorden fortbesteht. Eine verbreitete Deutung verbindet die acht Spitzen mit den acht Seligpreisungen aus Matthäus 5. In den USA greifen viele Feuerwehrabzeichen eine ähnliche Form auf.
Benediktuskreuz
Ein Kreuz, oft in Malteserform oder als Kruzifix, in das die Benediktusmedaille eingesetzt ist. Die Rückseite der Medaille trägt schon ein Kreuz mit kurzen Gebeten gegen das Böse, die beiden gehören also zusammen. Wir haben einen ausführlichen Ratgeber dazu geschrieben, was jeder Buchstabe auf der Benediktusmedaille bedeutet.
Die Halskette mit Benediktuskreuz-Anhänger verbindet eine goldene Malteserform mit der Medaille. Eine freundliche Erinnerung: Es ist ein Gebet, das man trägt, kein Glücksbringer. Schutz kommt von Gott, niemals vom Metall.
Templerkreuz
Die Tempelritter schlossen sich um 1119 zusammen, um Pilger auf den Wegen nach Jerusalem zu schützen. Der Überlieferung nach verlieh ihnen Papst Eugen III. 1147 ein rotes Kreuz für ihre weißen Mäntel; das Rot steht für das Martyrium.
Künstler zeichnen es meist als Tatzenkreuz, dessen Arme sich zu den Enden hin verbreitern. Der Orden wurde 1312 aufgelöst, und seither ist erstaunlich viel Unsinn über ihn geschrieben worden. Tragen Sie es wegen der echten Geschichte; deshalb taucht es auch so oft unter den christlichen Geschenken für Männer auf.
Ältere Zeichen: das Christusmonogramm und der Ichthys-Fisch
Die ersten Christen zeigten ihren Glauben auch mit Buchstaben und Bildern. Zwei dieser Zeichen begegnen uns noch heute überall.
Christusmonogramm (Chi-Rho)
Das Christusmonogramm sieht aus wie ein P über einem X. In Wahrheit sind es die griechischen Buchstaben Chi und Rho, die ersten beiden Buchstaben von Christos, „Christus“. Berühmt machte es Kaiser Konstantin, der es in den Jahren nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke 312 auf sein Feldzeichen setzte, das Labarum. Bis heute findet man es auf Messgewänder gestickt und in Altäre gemeißelt.
Ichthys, der christliche Fisch
Ichthys ist das griechische Wort für „Fisch“, und seine Buchstaben ergeben ein Glaubensbekenntnis in einer Zeile: Iesous Christos Theou Yios Soter, „Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser“. Er taucht ab dem 2. Jahrhundert in der christlichen Kunst auf, unter anderem in den römischen Katakomben der Priscilla und des heiligen Sebastian. Die Geschichte, dass Gläubige heimlich einen halben Fisch in den Staub zeichneten, um einander zu erkennen, ist hübsch, doch in den frühen Quellen kommt sie nicht vor. Der Fisch braucht keine Geheimnistuerei, um ein schönes Zeichen zum Tragen zu sein.
So wählen Sie ein Kreuz, das auch getragen wird
Die Bedeutung zählt, der Verschluss aber auch. Ein Kreuz, das zwickt oder sich verheddert, landet in der Schublade, und ein Kreuz in der Schublade predigt niemandem.
Denken Sie zuerst an den Menschen, dann an die Form. Ein Kreuz mit drei Querbalken für eine orthodoxe Freundin, ein Jerusalemkreuz für einen Pilger, ein Tau für jemanden, der den heiligen Franziskus liebt. Ein Kruzifix für eine Katholikin, die den Rosenkranz betet. Und ein kleines lateinisches Kreuz passt zu jedem; damit liegen Sie richtig, wenn Sie sich nicht sicher sind.
✓ Kurz-Checkliste
- ✓ Größe: Für jeden Tag liegt ein Anhänger von etwa 2 bis 2,5 cm flach an und stört nicht.
- ✓ Kette: Bei den meisten Frauen liegen 45 cm am Schlüsselbein; den meisten Männern stehen 50 bis 60 cm.
- ✓ Details: Ein Kruzifix braucht eine gewisse Größe, sonst verschwimmt die Christusfigur.
- ✓ Tradition: Wählen Sie die Form passend zur Kirche der beschenkten Person, nicht nur nach Ihrem Geschmack.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Kreuz und einem Kruzifix?
Ein Kreuz ist die bloße Form; ein Kruzifix zeigt den Körper Jesu daran. Katholiken, orthodoxe Christen und viele Lutheraner und Anglikaner verwenden Kruzifixe, um das Opfer Christi vor Augen zu haben. Viele evangelische Kirchen bevorzugen das leere Kreuz als Zeichen der Auferstehung. Beides ist zutiefst christlich.
Was bedeutet ein seitliches Kreuz?
Ein seitliches, also quer liegendes Kreuz ist ein modernes Schmuckdesign, kein eigenes religiöses Symbol. Weil das Kreuz auf der Seite liegt, schmiegt es sich flach an eine feine Kette oder ein Armband, und deshalb ist es so beliebt, wenn man mehrere Ketten übereinander trägt. Es bedeutet dasselbe wie jedes andere Kreuz. Manche mögen einfach, dass es weniger förmlich wirkt.
Ist das keltische Kreuz ein heidnisches Symbol?
Nein. Das keltische Kreuz ist ein christliches Kreuz, das ab etwa dem 9. Jahrhundert auf kirchlichem Grund in Irland und Schottland in Stein gehauen wurde. Manche behaupten, der Ring stamme von einem heidnischen Sonnensymbol, doch diese These ist umstritten und unbewiesen. Für die meisten, die es heute tragen, ist es ein Zeichen des Glaubens und der irischen oder schottischen Familienwurzeln.
Jede dieser Formen war zuerst ein Hinrichtungswerkzeug und wurde dann zum Zeichen der Hoffnung. In dieser Umkehrung steckt das ganze Evangelium in einem einzigen Bild. Wählen Sie die Form, die zur Geschichte der beschenkten Person passt, und das Kreuz bleibt nicht in der Schachtel liegen.